Entlassungen bei id Software: Was nach dem Doom-DLC-Release bestätigt ist – und was nicht

Deutsche Gaming-Medien überschlagen sich seit Tagen mit drastischen Schlagzeilen zu id Software – GameStar etwa titelt, ein "legendäres Studio" sei "gekillt" worden.[6] Solche Zuspitzungen übernehmen wir nicht. Stattdessen sortieren wir hier nüchtern, was an den Entlassungen beim Doom-Entwickler tatsächlich belegt ist, was auf anonymen Entwickleraussagen beruht und deshalb weiterhin unbestätigt bleibt, und was das für die Zukunft der Reihe bedeuten könnte.

Wichtig vorweg: Anders als bei vielen Branchengerüchten gibt es hier einen harten Beleg. Die Zahl von 136 gestrichenen Stellen bei id Software stammt aus einer sogenannten WARN-Meldung – einer gesetzlich vorgeschriebenen Anzeige größerer Entlassungen an die US-Arbeitsbehörden –, über die unter anderem das britische Fachmedium Video Games Chronicle (VGC) berichtet.[1] Die dramatischeren Detailbehauptungen dagegen stehen auf deutlich dünnerem Fundament.

Was bestätigt ist: 136 Stellen bei id Software gestrichen

Am 6. Juli 2026 kündigte Microsoft die nach übereinstimmenden Berichten größte Restrukturierung in der Geschichte der Xbox-Sparte an: rund 4.800 betroffene Stellen im Konzern, davon etwa 3.200 im Gaming-Bereich – 1.600 sofort, weitere 1.600 verteilt über die kommenden zwölf Monate –, dazu die Ausgliederung von vier Studios und ein Umbau der Führungsstruktur unter Xbox-Chefin Asha Sharma.[2][3]

Dass id Software von dieser Welle getroffen wurde, ist inzwischen zweifach abgesichert: Erste Berichte sprachen noch von rund 90 Betroffenen, doch die bei den texanischen Behörden eingereichte WARN-Meldung beziffert die Kürzung auf 136 Stellen bei dem Studio.[1] Windows Central berichtet darüber hinaus, dass auch Beschäftigte am Bethesda-Standort Austin betroffen sind.[2] Damit ist die Kernbehauptung des ursprünglichen GameStar-Artikels – Entlassungen bei id Software im Umfeld des aktuellen Doom – durch eine behördliche Meldung und mehrere unabhängige Fachmedien bestätigt, darunter VGC, Windows Central, Game Informer und Kotaku.[1][2][4][5]

Was weiterhin unbestätigt ist: Studiogröße, Abteilungen, neues Doom

Deutlich vorsichtiger muss man bei den Details sein, die derzeit durch die Berichterstattung geistern. Mehrere Angaben stammen von teils anonymen, teils über LinkedIn zitierten Entwicklerinnen und Entwicklern – nicht von Microsoft, Bethesda oder id Software selbst:

Behauptung Status
136 Entlassungen bei id Software Bestätigt (WARN-Meldung)[1]
Teil der Microsoft-Restrukturierung vom 6. Juli 2026 Bestätigt (mehrere Fachmedien)[2][3]
Rund die Hälfte des Studios betroffen Nicht bestätigt (Schätzung auf Basis von Entwickleraussagen)[4][7]
id Software auf "Support-Studio-Größe" geschrumpft Unbestätigt (Aussage eines Entwicklers)[1]
QA-Abteilung und Programmierer nahezu komplett entlassen Unbestätigt (anonyme Quellen)[5]
Neues Doom weiterhin in Entwicklung Unbestätigt (Bericht ohne offizielle Quelle)[9]

Die häufig zitierte Einordnung, ungefähr die Hälfte der Belegschaft sei betroffen, ergibt sich aus dem Verhältnis der 136 bestätigten Stellen zu einer geschätzten Studiogröße – eine offizielle Mitarbeiterzahl hat Microsoft nicht genannt, und ein Insider korrigierte die kursierenden Angaben zur verbleibenden Teamgröße bereits nach unten bzw. oben.[7] Ein bei id Software beschäftigter Entwickler beklagte laut VGC, das Studio sei faktisch "auf die Größe eines Support-Studios" reduziert worden.[1] Kotaku zitiert Stimmen, die bezweifeln, dass mit dem verbliebenen Team ein eigenständiges Großprojekt möglich ist.[5] Das sind nachvollziehbare, aber nicht offiziell bestätigte Einschätzungen – wir führen sie hier als das, was sie sind: Aussagen Einzelner in einer unübersichtlichen Lage.

Der Kontext: Doom: The Dark Ages und der Zeitpunkt der Entlassungen

Besonders viel Aufmerksamkeit bekommt der Fall wegen seines Timings. Doom: The Dark Ages erschien im Mai 2025 für PC, Xbox Series X|S und PlayStation 5 und ist der aktuelle Hauptteil der Reihe.[10] Am 7. Juli 2026 – einen Tag nach der Ankündigung der Entlassungen – veröffentlichte id Software die Erweiterung Revelations für das Spiel.[3] Eine id-Software-Entwicklerin richtete sich laut Windows Central mit scharfen Worten an alle, die die Kürzungen als "notwendigen Schritt in die richtige Richtung" feierten: Man hoffe, "unser Schmerz war es wert" – eine sarkastisch-anklagende Reaktion, kein resignierter Kommentar zum DLC-Timing.[2]

Auch id-Mitgründer John Carmack, seit vielen Jahren nicht mehr im Studio, meldete sich öffentlich zu Wort: Spiele müssten kommerziell erfolgreich sein, nicht nur geliebt werden – eine Einordnung, die PCGamesN dokumentiert.[8] Dass ein Studio trotz eines gut aufgenommenen Spiels Stellen abbaut, ist dabei kein Widerspruch, sondern seit zwei Jahren ein wiederkehrendes Branchenmuster: Nach Abschluss großer Projekte werden Teams verkleinert, Kosten den Konzernzielen angepasst – unabhängig von der Qualität des zuletzt ausgelieferten Spiels.

Einordnung: Teil einer langen Kürzungswelle bei Microsoft

Die aktuelle Runde ist nicht die erste: Microsofts Gaming-Sparte hat seit 2023 mehrere Entlassungswellen und Studioschließungen durchlaufen, und die jetzt angekündigte Restrukturierung mit rund 3.200 betroffenen Gaming-Stellen und vier Studio-Ausgliederungen ist laut Berichten die bislang umfangreichste.[2][3] Sie fällt in eine Phase, in der Microsoft seine Xbox-Strategie sichtbar umbaut – von der mehrfach veränderten Abo-Struktur, die wir im Überblick zum Game-Pass-Preis-Chaos 2025/2026 aufgeschlüsselt haben, bis zur Zweitverwertung etablierter Marken wie beim Game-Pass-Release von Gears of War: Reloaded.

Zur Einordnung gehört auch: Dieser Abschnitt erklärt das Muster, ersetzt aber keine offiziellen Aussagen zu id Software. Wie viele Studios und Projekte die Restrukturierung über die angekündigten zwölf Monate hinweg konkret trifft, wird sich erst nach und nach zeigen.

Was das für die Zukunft von Doom bedeuten könnte

Hier bewegen wir uns ausdrücklich im Bereich der offenen Einschätzung. PC Games berichtet unter Berufung auf nicht offizielle Angaben, id Software arbeite trotz der Entlassungen an einem neuen Doom – das ist unbestätigt und sollte entsprechend vorsichtig gelesen werden.[9] Dagegen stehen die zitierten Entwicklerstimmen, die dem verkleinerten Team ein eigenständiges Großprojekt kaum noch zutrauen.[1][5] Ein offizielles Statement von Microsoft oder Bethesda zur künftigen Rolle des Studios – eigenständiger Entwickler oder Zulieferer für andere Projekte – liegt bislang nicht vor. Solange das so ist, sind Aussagen über das Ende oder die Rettung der Marke Doom Spekulation, in beide Richtungen.

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Kurz zusammengefasst

Quellen

[1] Video Games Chronicle (VGC) – https://www.videogameschronicle.com/news/id-software-dev-claims-its-been-relegated-to-support-studio-size-as-136-layoffs-confirmed/
[2] Windows Central – https://www.windowscentral.com/gaming/xbox/the-layoffs-at-xboxs-doom-studio-id-software-are-even-worse-than-we-thought
[3] Pure Xbox – https://www.purexbox.com/news/2026/07/xbox-layoffs-cut-id-software-in-half-as-doom-the-dark-ages-dlc-launches
[4] Game Informer – https://gameinformer.com/2026/07/07/doom-developer-id-software-reportedly-loses-roughly-half-its-staff-to-layoffs
[5] Kotaku – https://kotaku.com/the-cuts-at-doom-maker-id-software-go-shockingly-deep-i-dont-see-how-they-make-a-game-with-that-team-2000713860
[6] GameStar – https://www.gamestar.de/artikel/doom-id-software-entlassungen-schock,3456127.html
[7] GamePro – https://www.gamepro.de/artikel/blutbad-microsoft-entlaesst-doom-studio-id,3456063.html
[8] PCGamesN – https://www.pcgamesn.com/doom-the-dark-ages/id-software-layoffs-john-carmack
[9] PC Games – https://www.pcgames.de/id-Software-Firma-15486/News/Angeblich-neues-Doom-in-Entwicklung-trotz-Entlassungen-1548004/
[10] Steam (Storefront, Doom: The Dark Ages) – https://store.steampowered.com/app/3017860/DOOM_The_Dark_Ages/

Titelbild: KI-gestützt von der Redaktion Gaming-Insider erstellt.


Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.

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