Gut zwei Wochen nach dem Release von Marvel's Wolverine am 15. September 2026 liegt genug Testabdeckung vor, um die Kritikerlage belastbar zu sortieren – und sie fällt bemerkenswert uneinheitlich aus. Zwischen einer glatten 6/10 bei GameSpot und einer Höchstwertung von 100 Punkten bei COGconnected liegt fast die gesamte Wertungsskala. Diese Rundschau fasst zusammen, wer wie gewertet hat, wo der Konsens liegt und wo die Tests auseinandergehen. Wichtig vorab: Wir aggregieren und ordnen hier ausschließlich fremde Testurteile ein – eine eigene Wertung der Redaktion ist das nicht, wir haben das Spiel nicht getestet.
Marvel's Wolverine im Überblick
Die Eckdaten laut offizieller Produktseite: Marvel's Wolverine ist ein storygetriebenes Third-Person-Action-Adventure von Insomniac Games, vertrieben von Sony Interactive Entertainment, exklusiv für PS5 erschienen am 15. September 2026.[1] Im Zentrum steht Logan, gespielt von Liam McIntyre; das Kampfsystem beschreibt Sony als schnell, flüssig und wild, getragen von Krallen und Logans Heilfaktor.[2] Es ist nach den drei Spider-Man-Titeln das vierte Marvel-Spiel des Studios – und das erste außerhalb der Spider-Man-Ecke des Marvel-Universums.
Wer tiefer einsteigen will: Die Launch-Fakten zu Editionen und Preisen sowie die offiziellen Details zu Logans Mutanten-Fähigkeiten und den Gameplay-Features haben wir bereits in eigenen Artikeln aufbereitet – hier geht es ausschließlich um die Bewertungslage.
Die Wertungen im Vergleich
Die Spannweite der Einzelwertungen ist ungewöhnlich groß:
| Magazin | Wertung | Kernaussage |
|---|---|---|
| GameSpot (Tamoor Hussain) | 6/10 | „Bestenfalls ein spaßiges, aber vergessenswertes Erlebnis, das ein paar Stunden unterhält" – solide, aber ohne höhere Ambition.[3] |
| Push Square (Liam Croft) | 8/10 | Beendet Insomniacs Open-World-Serie zugunsten eines bewusst linearen Titels, der in seinem blutigen, intensiven Kampfsystem schwelgt.[4] |
| TheGamer (George Foster) | 4/5 | Schlägt „die Krallen tief ein": denkwürdige, emotionale Geschichte, wunderbare Interpretationen von Logan und Jean, brutal befriedigender Kampf.[5] |
| COGconnected | 100/100 | „Ein straffes, fokussiertes Erlebnis, das nie nachlässt" – der Kampf entwickle sich stetig zu etwas Bestaunenswertem.[6] |
Auch jenseits dieser vier Stimmen bleibt das Bild gespalten: Laut dem Review-Listing auf OpenCritic vergab etwa IGN 6/10 und DualShockers 8.5/10, während Giant Bomb mit 2.5/5 zu den schärfsten Kritikern zählt.[7]
Zur Einordnung der Streuung taugen die Aggregatoren – wohlgemerkt als Durchschnittsbildung, nicht als Primärbeleg: Auf Metacritic startete Marvel's Wolverine mit einem Metascore von 78, der sich im Lauf der Testabdeckung leicht absenkte; Stand Anfang Oktober liegt der Wert bei 77 aus über 120 Fachtests.[8] OpenCritic weist ebenfalls einen Schnitt von 78 aus („Strong"), mit einer Empfehlungsquote von 65 Prozent der erfassten Kritiken.[9] Damit liegt der Titel laut Kotaku unter allen bisherigen PlayStation-Studios-Spielen der PS5-Generation am Ende der Rangliste – zum Vergleich: Marvel's Spider-Man erreichte 87, Miles Morales 85, Spider-Man 2 sogar 90 Punkte.[10] Die Fallhöhe gegenüber den eigenen Vorgängern prägt viele Verrisse stärker als das Spiel selbst.
Wo sich die Kritiker einig sind
Zwei Punkte ziehen sich quer durch fast alle Tests – unabhängig von der Endwertung.
Das Kampfsystem überzeugt im Kern. TheGamer beschreibt ein „brutal befriedigendes" Kampfsystem, das den Kern der Figur bis in jeden Krallenhieb destilliere,[5] Push Square feiert das „blutige, intensive Kampfsystem" als Herzstück des Spiels,[4] und für COGconnected fließt der Kampf „wunderschön" und wird mit fortschreitender Spielzeit immer besser.[6] Selbst der kritische GameSpot-Test spricht dem Kampf den kurzfristigen Spaßwert nicht ab – die Einwände setzen bei der Langzeitmotivation an, nicht beim Grundgefühl.[3] Dass Insomniac die Brutalität der Figur ernst nimmt, statt sie zu entschärfen, wird durchgehend positiv vermerkt.
Logans Charakterzeichnung ist ein Höhepunkt. TheGamer hebt die „denkwürdige, emotionale" Geschichte und die wunderbaren Interpretationen von Logan, Jean und dem restlichen Cast hervor,[5] GameSpot attestiert dem Titel eine durchweg filmreife Inszenierung.[3] Bezeichnend ist, dass selbst die kritische 6/10 von IGN laut OpenCritic-Listing die starke Charakterarbeit ausdrücklich einräumt – sie hebe das Spiel nur nicht über ein „okay" hinaus.[7] An der Darstellung des Protagonisten scheitert das Spiel in keinem der von uns gesichteten Tests.
Wo die Kritiker auseinandergehen
Der zentrale Streitpunkt ist derselbe Befund mit zwei Lesarten: Fokus oder Dürftigkeit? Marvel's Wolverine verzichtet auf die offene Spielwelt der Spider-Man-Reihe und setzt auf einen linearen, geführten Aufbau. Für Push Square ist genau das die Stärke – ein „bewusst linearer" Titel, der die Open-World-Routine des Studios absichtsvoll beendet.[4] COGconnected zieht daraus die Höchstwertung: straff, fokussiert, ohne Leerlauf.[6] GameSpot bewertet dieselbe Entscheidung gegenteilig: ein Spiel, das handwerklich sauber abliefere, aber „nie mehr als das Nötigste anstrebt".[3]
Daran hängt der zweite Dissens: die Abnutzung über die Spielzeit. GameSpot sieht den Unterhaltungswert nach wenigen Stunden erschöpft,[3] und IGNs Kernbefund zielt laut OpenCritic-Listing auf denselben Punkt – das anfangs befriedigende Kampfsystem nutze sich lange vor dem Ende ab.[7] COGconnected beschreibt exakt den gegenteiligen Verlauf, mit einem Kampfsystem, das sich stetig weiterentwickle.[6] Und schließlich der Vergleichsmaßstab: Wer den Titel an Spider-Man 2 und dessen Metascore von 90 misst, landet fast zwangsläufig bei einer Enttäuschung – die Rangliste der PlayStation-Studios-Wertungen ist in vielen kritischen Tests der heimliche Hauptdarsteller.[10] Stimmen, die das Spiel als eigenständiges, kompaktes Action-Adventure lesen, kommen durchweg zu freundlicheren Urteilen.[4][5][6]
Entwicklungskontext: die offizielle Einordnung
Jenseits der Fachpresse lohnt der Blick auf Sonys eigene Kommunikation – als Kontext, nicht als Wertungsersatz und klar als offizielle Quelle gekennzeichnet. Im PlayStation Blog hatte Insomniac das Spiel kurz vor Release als bewusst storygetriebenes Solo-Erlebnis positioniert: ein schnelles, wildes Kampfsystem um Krallen und Heilfaktor, dazu ein Adaptations-Skilltree und Special Techniques als Fortschrittssystem.[2] Die lineare, erzählfokussierte Ausrichtung, an der sich die Tests nun reiben oder begeistern, war also keine Überraschung der Testphase, sondern erklärte Design-Absicht. Wie sich das in offizieller Anspielrunde anfühlte, hatten wir vorab im Überblick zum Hands-on-Report des PlayStation Blogs zusammengefasst.
Einordnung für die Kaufentscheidung
Aggregiert man die Testurteile, ergibt sich ein klares Profil – wohlgemerkt als Zusammenfassung der Kritikerlage, nicht als Urteil dieser Redaktion:
- Laut den Tests zugreifen sollten Fans der Figur und Spieler, die ein kompaktes, brutal-intensives Action-Adventure mit starker Hauptfigur suchen und lineare Struktur als Feature begreifen – die Lager um Push Square und COGconnected argumentieren genau über diese Schiene,[4][6] und TheGamer sieht den Kern der Figur im Kampfsystem präzise getroffen.[5]
- Eher abwarten sollten laut der kritischeren Tests alle, die den Umfang, die offene Welt und die Abwechslung der Spider-Man-Spiele erwarten: GameSpot bemängelt fehlende Ambition und Langzeitmotivation,[3] und die kritischsten Stimmen im OpenCritic-Listing – IGN und Giant Bomb – stoßen ins selbe Horn.[7]
Dass der Metascore von 77 im Studio-Vergleich ein Tiefpunkt ist, sagt dabei mehr über Insomniacs außergewöhnliche Trefferquote als über ein objektiv schwaches Spiel – auch der OpenCritic-Schnitt von 78 bleibt im Aggregatoren-Spektrum eine solide Wertung mit ungewöhnlich breiter Streuung darunter.[8][9] Wer den Kauf vom Preis abhängig macht, findet alle Editionen und Konditionen in unserem Launch-Artikel; wie sich der Titel in Sonys Jahresprogramm einfügt, zeigt die PS5-Release-Liste 2026. Und wer künftige Test-Rundschauen nicht verpassen will: Unser wöchentlicher Newsletter bündelt die wichtigsten PlayStation-Themen der Woche.
Quellen
[1] PlayStation – Offizielle Produktseite zu Marvel's Wolverine – https://www.playstation.com/en-us/games/marvels-wolverine/ [2] PlayStation Blog – Marvel's Wolverine: Details on Logan's mutant abilities, game features, and more – https://blog.playstation.com/2026/08/28/marvels-wolverine-details-on-logans-mutant-abilities-game-features-and-more/ [3] GameSpot – Wolverine Review (Tamoor Hussain, 6/10) – https://www.gamespot.com/reviews/wolverine-only-aims-as-high-as-its-stout-hero/ [4] Push Square – Review: Marvel's Wolverine (PS5) – The Ultimate Wolverine Simulator (Liam Croft, 8/10) – https://www.pushsquare.com/reviews/ps5/marvels-wolverine [5] TheGamer – Marvel's Wolverine Review – Nearly The Best At What It Does (George Foster, 4/5) – https://www.thegamer.com/marvels-wolverine-review/ [6] COGconnected – Marvel's Wolverine Review – Mutant Murder Machine (100/100) – https://cogconnected.com/review/marvels-wolverine-review/ [7] OpenCritic – Marvel's Wolverine, Review-Listing (Sammelangabe zu IGN, DualShockers, Giant Bomb) – https://opencritic.com/game/17842/marvels-wolverine/reviews [8] Metacritic – Marvel's Wolverine, Critic Reviews (Aggregator) – https://www.metacritic.com/game/marvels-wolverine/critic-reviews/ [9] OpenCritic – Marvel's Wolverine (Aggregator-Schnitt) – https://opencritic.com/game/17842/marvels-wolverine [10] Kotaku – Marvel's Wolverine Is Currently Sony's Lowest Scoring PS5 Game – https://kotaku.com/marvels-wolverine-reviews-ps5-playstation-sony-insomniac-metascore-2000733246

