Kurz vor dem Release im September legt Sony nach: Am 30. Juli 2026 ist auf dem offiziellen PlayStation Blog ein Entwickler-Interview zu Silent Hill: Townfall erschienen, in dem die Verantwortlichen über das schottische Setting, das Retro-Technik-Konzept und den Wechsel in die Egoperspektive sprechen.[1] Wir fassen zusammen, was in dem Beitrag tatsächlich steht – und ordnen ein, wo Townfall im laufenden Silent-Hill-Revival steht. Wichtig vorab: Dies ist die Auswertung eines fremden Interviews. Wir haben das Spiel nicht selbst gespielt, alle inhaltlichen Aussagen stammen aus dem PlayStation-Blog-Beitrag und den offiziellen Ankündigungen.
Der PlayStation-Blog-Beitrag: Anlass und Einordnung
Im Interview kommen zwei zentrale Figuren des Projekts zu Wort: Motoi Okamoto, bei Konami Produzent der Silent-Hill-Reihe, sowie Jon McKellan, Autor und Director beim schottischen Entwicklerstudio Screen Burn Interactive.[1] Townfall ist ein eigenständiges Spiel in voller Länge innerhalb der Silent-Hill-Reihe – kein Remake und keine direkte Fortsetzung. Als Publisher-Konstellation nennen die offiziellen Ankündigungen Konami gemeinsam mit Annapurna Interactive.[3]
Eine Anmerkung zur Transparenz: In frühen Meldungen und Diskussionen rund um Townfall taucht gelegentlich das Studio No Code als Entwickler auf. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Umbenennung: No Code, das Glasgower Studio hinter Stories Untold und Observation, firmiert inzwischen als Screen Burn Interactive – die aktuellen offiziellen Quellen zum Spiel führen entsprechend durchgehend Screen Burn Interactive als entwickelndes Studio. Wir übernehmen hier die aktuell offiziell genannte Zuordnung.[1][3]
Das schottische Setting – was die Entwickler dazu sagen
Der auffälligste Bruch mit der Tradition: Townfall verlässt die US-amerikanische Kleinstadt-Kulisse der bisherigen Hauptteile. Laut McKellan fiel die Wahl auf Schottland, weil das Team dort aufgewachsen ist – man wollte eine Welt bauen, die man in- und auswendig kennt, um ein möglichst präzises, glaubwürdiges Setting zu erschaffen.[1] Dazu komme, dass der reale schottische Nebel wie selbstverständlich zur visuellen Handschrift der Reihe passe.[1]
Konkret spielt Townfall laut den offiziellen Ankündigungen in den 1990er-Jahren auf St. Amelia, einer abgelegenen, mysteriös verlassenen Insel vor der schottischen Küste. Protagonist ist Simon Ordell, der auf die Insel zurückkehrt, um dort – so die offizielle Formulierung – „die Dinge in Ordnung zu bringen".[2][3] Unsere Einordnung: Der Umzug nach Schottland ist weniger radikal, als er zunächst klingt – Nebel, Isolation und eine Stadt mit Geheimnis bleiben die tragenden Säulen, nur die geografische Verankerung ändert sich.
Retro-Technologie als Stilmittel: der CRTV
Mit „Retro-Technologie" ist im Interview vor allem ein Gerät gemeint: der sogenannte CRTV, ein tragbarer Taschenfernseher, der in Townfall die Rolle des klassischen Radios aus den früheren Silent-Hill-Teilen übernimmt.[1] Statt Störgeräuschen bei Gegnernähe arbeitet der CRTV mit Frequenzen: Spieler:innen nutzen das Gerät laut dem Beitrag, um Signale aufzuspüren und verborgene Bedrohungen sichtbar zu machen.[1] Das 90er-Jahre-Setting und die analoge Technik greifen dabei ineinander – die Zeitperiode ist nicht bloß Kulisse, sondern Voraussetzung dafür, dass ein flimmernder Röhren-Taschenfernseher als zentrales Werkzeug glaubwürdig funktioniert.
Kampf und Erkundung aus der Egoperspektive
Townfall ist das erste Silent-Hill-Spiel in voller Länge, das komplett auf die Egoperspektive setzt – die bisherigen Hauptteile nutzten die Third-Person-Ansicht.[1] Ganz ohne Präzedenzfall ist der Schritt allerdings nicht: Silent Hill: The Short Message von 2024 war ebenfalls in der Egoperspektive gehalten, jedoch ein deutlich kleineres, eigenständiges Projekt.[1]
Interessant ist die Begründung der Entwickler: Die Perspektive sei keine Stilfrage, sondern eine mechanische Notwendigkeit – der CRTV funktioniere aus keiner anderen Perspektive, so McKellan sinngemäß im Interview.[1] Beim Kampf selbst bleibt das Spiel laut den offiziellen Angaben dem Survival-Horror-Kern treu: Simon erkundet, weicht Bedrohungen aus und überlebt mit einem bewusst begrenzten Arsenal an Waffen und Werkzeugen.[2] Ein actionlastiger Shooter-Ansatz lässt sich aus den vorliegenden Aussagen nicht ablesen. Wie sich das tatsächlich spielt, können wir ohne eigenes Anspielen nicht beurteilen – das müssen Tests zum Release zeigen.
Plattform, Release-Termin und offene Fragen
Beim Termin herrscht Klarheit: Silent Hill: Townfall erscheint am 24. September 2026 für PlayStation 5 – so hatten es Sony und Konami bereits Anfang Juni angekündigt.[2][3] Dass der PlayStation Blog nur über die PS5-Fassung spricht, liegt in der Natur der Quelle: Laut dem Fachmedium Engadget erscheint das Spiel am selben Tag auch für PC.[4] Weitere Plattformen sind aktuell nicht offiziell genannt.
Offen bleiben nach unserer Sichtung Fragen zu Spielzeit und Umfang sowie zur genauen Ausgestaltung des Kampfsystems – dazu macht das Interview keine belastbaren Angaben. Zu den Enden äußern sich Okamoto und McKellan im selben Interview hingegen konkret: Townfall hat demnach drei Haupt-Enden, die bereits im ersten Durchlauf erreichbar sind, sowie ein optionales geheimes Ende, das erst nach einem abgeschlossenen Spieldurchlauf zugänglich wird.[1] Welche der drei Haupt-Enden Spieler:innen erreichen, hängt laut McKellan nicht an einer einzelnen Entscheidung am Schluss, sondern am Zusammenspiel der Handlungen während des gesamten Durchlaufs.[1]
Einordnung: Townfall im Silent-Hill-Revival
Townfall ist der nächste Baustein in Konamis Strategie, die eigenen Traditionsmarken zurückzubringen – wie breit dieses Comeback angelegt ist, zeigt exemplarisch der Hands-on-Bericht des PlayStation Blogs zu Castlevania: Belmont's Curse. Dass Konami die Marke erneut einem westlichen Studio anvertraut, passt zum Kurs der letzten Jahre. Für Survival-Horror-Fans ist der Herbst ohnehin dicht gepackt – auch Capcom bedient mit dem Resident-Evil-Remake-Programm das Genre. Wo sich Townfall in Sonys Jahresprogramm einsortiert, haben wir in der PS5-Release-Liste 2026 aufgeschlüsselt.
Ein Qualitätsurteil steht uns an dieser Stelle nicht zu: Der PlayStation Blog ist Sonys eigenes Marketing-Medium, das Interview eine legitime Primärquelle für Fakten – aber keine unabhängige Kritik. Ob CRTV und Egoperspektive tragen, entscheidet sich erst mit dem fertigen Spiel.
Kurz zusammengefasst
- Quelle: Entwickler-Interview auf dem offiziellen PlayStation Blog vom 30. Juli 2026 mit Konami-Produzent Motoi Okamoto und Screen-Burn-Director Jon McKellan.[1]
- Setting: Schottland statt US-Kleinstadt – 1990er-Jahre, verlassene Insel St. Amelia; das Team wählte die Heimat, die es am besten kennt.[1][2]
- Technik und Perspektive: Der Taschenfernseher CRTV ersetzt das klassische Radio; die Egoperspektive ist laut McKellan mechanische Voraussetzung dafür – Townfall ist das erste Silent Hill in voller Länge aus der Ego-Sicht.[1]
- Enden: Laut Interview drei im ersten Durchlauf erreichbare Haupt-Enden plus ein geheimes Ende nach Abschluss des Spiels; die Handlungen während des gesamten Durchlaufs entscheiden, nicht eine einzelne Schlusswahl.[1]
- Release: 24. September 2026 für PS5,[2][3] laut Engadget zeitgleich auch für PC.[4] Umfang und Details zum Kampfsystem bleiben offen.
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Quellen
[1] PlayStation Blog – https://blog.playstation.com/2026/07/30/silent-hill-townfall-developers-discuss-the-scottish-setting-retro-technology-first-person-combat/ [2] PlayStation Blog – https://blog.playstation.com/2026/06/02/silent-hill-townfall-launches-september-24-on-ps5/ [3] Konami – https://www.konami.com/games/eu/en/topics/19146/ [4] Engadget – https://www.engadget.com/2186206/silent-hill-townfall-will-hit-pc-and-ps5-on-september-24/

