The Wolf Among Us Remastered ist seit dem 29. Oktober 2026 erhältlich, und die Kritikerlage einen Tag nach Release fällt auffällig einheitlich aus: Bei OpenCritic empfehlen aktuell 100 Prozent der ausgewerteten Kritiker das Spiel.[1] Eine derart glatte Zustimmung erreichen nur wenige moderne Titel. Dieser Artikel ist eine Rundschau: Die Redaktion hat das Remaster nicht selbst gespielt, vergibt keine eigene Wertung und ordnet ausschließlich ein, was Aggregatoren und Fachmedien bereits veröffentlicht haben – jede Einschätzung ist einer konkreten Quelle zugeordnet.
The Wolf Among Us Remastered im Überblick
Das Original erschien 2013/2014 episodisch bei Telltale Games und basiert auf Bill Willinghams Comic-Reihe „Fables" (DC/Vertigo), in der Märchenfiguren verdeckt im modernen New York leben. Die Remaster-Fassung bringt dieses Setting – Protagonist ist Sheriff Bigby Wolf, besser bekannt als der Große Böse Wolf – mit überarbeiteter Grafik, neuer Beleuchtung und einem optionalen Schwarzweiß-„Noir-Modus" zurück.[2] Entwickelt wurde das Remaster vom neu formierten Studio Telltale Games, das nach der Insolvenz des ursprünglichen Studios 2018 unter neuer Trägerschaft fortbesteht; als Publisher tritt laut eigener Produktseite PM Studios auf.[3] Wer vermutet, hinter dem Comeback stecke unverändert dasselbe Unternehmen wie 2014, liegt damit nur bedingt richtig – Marke und Spielrechte wurden neu lizenziert, das Studio ist nicht identisch mit dem Original-Entwicklerteam.
Offiziell angekündigt hat Sony Interactive Entertainment das Remaster über den PlayStation Blog am 1. Oktober 2026, mit Launch-Termin 29. Oktober.[2] Laut Steam-Store-Eintrag und der PlayStation-Ankündigung erscheint der Titel zum Start für PC (Steam, Epic Games Store), PlayStation 5 sowie Xbox One und Xbox Series X|S.[2][4] Eine Nintendo-Switch-Fassung ist zwar angekündigt, folgt aber laut dieser Quellen zu einem späteren, noch nicht genannten Termin – wer das Remaster auf der Switch spielen will, muss sich also noch gedulden.[4] Der Preis liegt laut Steam bei 24,99 US-Dollar, Bestandsbesitzer des Originals erhalten laut Publisher-Angaben einen Rabatt.[4]
Die Wertungen im Vergleich: Metacritic und OpenCritic
Bei OpenCritic steht das Remaster aktuell bei einem Schnitt von 85 Punkten aus 16 ausgewerteten Kritiken, mit dem Gütesiegel „Mighty" und einer Empfehlungsquote von 100 Prozent.[1] Metacritic weist je Plattform leicht unterschiedliche Werte aus: 86 Punkte für die PC-Fassung, 85 Punkte für PS5.[5] Diese kleine Differenz ist technisch bedingt – beide Aggregatoren führen Plattformwertungen getrennt und werten unterschiedliche Testsätze ein.
Auffällig ist die Übereinstimmung zwischen beiden Aggregatoren: Eine Differenz von nur ein bis zwei Punkten zwischen Metacritic und OpenCritic ist selten, ebenso wie eine 100-Prozent-Empfehlungsquote. Methodisch gilt dabei: OpenCritic gewichtet etablierte „Top Critics" stärker in seine Berechnung ein, während Metacritic ein eigenes, nicht offengelegtes Gewichtungsschema je Publikation nutzt – beide Verfahren kommen hier aber zu einem sehr ähnlichen Ergebnis.
16 Kritiken sind für den ersten Tag nach Release ein solider, aber kein erschöpfender Stichprobenumfang. OpenCritic und Metacritic aktualisieren ihre Werte fortlaufend, sodass sich das Bild in den kommenden Wochen – wenn weitere Redaktionen ihre Tests veröffentlichen – noch verdichten oder leicht verschieben kann.
Einzelstimmen der Fachmedien
GamingTrend (95/100): Die bislang höchste Einzelwertung in dieser Rundschau. Die Redaktion bezeichnet das Remaster als weiterhin referenzsetzend für das Genre der narrativen Adventures und lobt insbesondere die überarbeitete Beleuchtung, die den Noir-Stil verstärke. Kritisch angemerkt wird der neue Noir-Modus selbst: Er wirke „tacked on" (nachträglich angeflanscht) und erschwere durch den Schwarzweiß-Kontrast das Ablesen von UI-Elementen wie Dialog-Timern.[6]
TheGamer (9/10): Die Redaktion würdigt das Remaster als Beispiel dafür, „wie ein ordentliches Remaster aussehen sollte", und beschreibt es als polierte Erfahrung für neue wie wiederkehrende Spieler:innen, die am Ende Lust auf die Fortsetzung mache.[7]
Console Creatures (80/100): Hier fällt die Wertung spürbar vorsichtiger aus als bei GamingTrend. Die Redaktion sieht das Remaster vor allem als „brillanten Einstiegspunkt für eine neue Generation" und äußert explizit Vorfreude auf die separate Fortsetzung.[8]
Noisy Pixel (8,5/10): Die Rezension hebt hervor, dass das Remaster Bigby Wolfs Mordermittlung ein „willkommenes visuelles und technisches Upgrade" verschaffe, ohne die starke Schreibqualität, die Entscheidungsmechanik und die Atmosphäre des Originals zu verändern.[9] Gleichzeitig benennt die Redaktion die Quick-Time-Events als spürbar „archaisch" und bemängelt vereinzelt fehlende Animationen oder Sprachzeilen in den neuen, bislang unveröffentlichten Szenen.[9]
Wo sich die Kritiker einig sind
Der klarste Konsens betrifft die Qualität der ursprünglichen Geschichte: Alle vier zitierten Tests bestätigen unabhängig voneinander, dass Schreibqualität, Charakterzeichnung und die Entscheidungsmechanik aus dem Original ihre Wirkung auch 2026 nicht verloren haben.[6][7][8][9] Ebenso einig sind sich die Tests darin, dass die technische Überarbeitung – verbesserte Beleuchtung, neue Geometrie, höhere Auflösung und spürbar stabilere Performance gegenüber dem oft ruckelnden 2013er-Original – ein echter, spürbarer Mehrwert ist und nicht nur ein reines Auflösungs-Update.[6][9] Mehrere Tests trennen diesen Punkt explizit: Der erzählerische Kern bleibt unverändert, der technische Rahmen drumherum ist klar verbessert.
Die hohe Zustimmungsquote bei OpenCritic deckt sich mit diesem Grundton: Dort, wo die vier Einzeltests ins Detail gehen, loben sie überwiegend dieselben Aspekte – auch wenn die konkrete Punktzahl zwischen 80 und 95 schwankt.[1][6][8][9]
Wo die Kritiker auseinandergehen
Trotz der einheitlich positiven Grundtendenz gibt es differenzierte Kritikpunkte, die eine reine 100-Prozent-Lobhudelei widerlegen. Der wiederkehrende Einwand mehrerer Tests betrifft die Spielmechanik selbst: Noisy Pixel bezeichnet die Quick-Time-Events nach über zehn Jahren als „archaisch" und bemängelt vereinzelt gealterte, steif wirkende Charakteranimationen.[9] GamingTrend wiederum sieht den neuen Noir-Modus kritisch – er gilt als nachträglich angeflanschtes Feature mit Lesbarkeitsproblemen bei der Dialog-UI, statt als durchdachte Kernfunktion.[6]
Ein zweiter Streitpunkt betrifft den Umfang des Neuen: Mehrere Tests machen deutlich, dass der inhaltliche Mehrwert für Bestandsbesitzer:innen des Originals überschaubar bleibt – die Geschichte selbst ist identisch, ergänzt um Bonus-Material wie gelöschte Szenen, Entwicklerkommentare und ein Artbook mit über 100 Bildern.[2] Wer das Original bereits durchgespielt hat, kauft also in erster Linie Technik und Zusatzmaterial, keine neue Haupthandlung.
Zur Plattformfrage: Keiner der vier zitierten Einzeltests benennt konkrete, wertungsrelevante technische Unterschiede zwischen PC-, PS5- und Xbox-Fassung. Zur Nintendo-Switch-Version liegt ohnehin noch kein Test vor, da sie zum Start nicht verfügbar ist.[4]
Einordnung für die Kaufentscheidung
Fasst man die aggregierte Kritikerlage zusammen, ergibt sich folgendes Bild: Für Neueinsteiger:innen ohne Original-Erfahrung sowie für Fans der Fables-Comicvorlage oder klassischer Telltale-Adventures sprechen alle vier zitierten Tests eine klare Empfehlung aus – Console Creatures nennt das Remaster explizit einen „brillanten Einstiegspunkt".[8] Wer dagegen primär auf neue Spielinhalte statt auf eine technisch aufgefrischte Originalgeschichte wartet, sollte laut der Testlage eher gedämpfte Erwartungen mitbringen, da der erzählerische Kern unverändert bleibt.[2][9]
Ein Hinweis zur Fortsetzung: Laut Berichterstattung rund um den Launch sollen Entscheidungen aus dem Remaster in die separat angekündigte Fortsetzung „The Wolf Among Us 2" übernommen werden.[3] Eine eigenständige Einordnung dieser Fortsetzung ist nicht Gegenstand dieser Rundschau.
Wer sich weiter mit quellenbasierten Test-Rundschauen aus Säule 5 beschäftigen will, findet eine vergleichbare Analyse zu Streuung und Konsens in unserer Mixtape-Test-Rundschau. Für den Blick über den Einzeltitel hinaus lohnt sich unsere Übersicht der PS5-Spiele 2026 aus dem offiziellen PlayStation-Blog. Wer stattdessen ein weiteres Koop-Adventure mit Entscheidungscharakter sucht, wird in unserem Bericht zum Steam-Rabatt von It Takes Two fündig. Weitere quellenbasierte Rundschauen dieser Art bündeln wir fortlaufend, unter anderem im wöchentlichen Newsletter-Digest.
Quellen
[1] OpenCritic – The Wolf Among Us Remastered – https://opencritic.com/game/21580/the-wolf-among-us-remastered [2] PlayStation Blog – Return to Fabletown with The Wolf Among Us Remastered, out October 29 – https://blog.playstation.com/2026/10/01/return-to-fabletown-with-the-wolf-among-us-remastered-out-october-29/ [3] PM Studios – The Wolf Among Us Remastered (Produktseite) – https://www.pm-studios.com/games/the-wolf-among-us-remastered [4] Steam – The Wolf Among Us Remastered – https://store.steampowered.com/app/3884860/The_Wolf_Among_Us_Remastered/ [5] Metacritic – The Wolf Among Us Remastered – https://www.metacritic.com/game/the-wolf-among-us-remastered/ [6] GamingTrend – The Wolf Among Us Remastered Review – https://gamingtrend.com/reviews/the-wolf-among-us-remastered-review/ [7] TheGamer – The Wolf Among Us Remastered Review: Now This Is What A Proper Remaster Looks Like – https://www.thegamer.com/the-wolf-among-us-remastered-changes-review/ [8] Console Creatures – The Wolf Among Us Remastered Review — Fabletown's In Trouble – https://www.consolecreatures.com/the-wolf-among-us-remastered-review/ [9] Noisy Pixel – The Wolf Among Us Remastered Review: Return Of The Big Bad Wolf – https://noisypixel.net/the-wolf-among-us-remastered-review/

