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Warhammer 40k für Neulinge: Einstieg über Bücher, Videospiele und Codizes

Warhammer 40.000 ist über 35 Jahre alt, umfasst hunderte Romane, dutzende Videospiele und ein Tabletop mit eigenem Regelkosmos. Wer über ein Spiel wie Space Marine 2 oder Darktide neugierig geworden ist, steht deshalb schnell vor der falschen Frage: „Wie hole ich das alles nach?" Die richtige Frage lautet: „Welcher Zugang passt zu mir?" Genau die beantwortet diese vierte Folge unserer Lore-Deep-Dive-Reihe — als Wegweiser, nicht als Kaufliste.

Anlass: Warum „Wo fange ich an?" gerade jetzt die häufigste 40k-Frage ist

Warhammer 40.000 ist im Videospielbereich 2026 so sichtbar wie selten zuvor: Space Marine 2 hat das Setting einem Millionenpublikum jenseits des Tabletops geöffnet, Darktide wird weiter aktiv ausgebaut, und mit Total War: Warhammer 40.000 hat Creative Assembly einen Großstrategie-Ableger offiziell angekündigt, dessen Gameplay-Präsentationen zuletzt für viel Gesprächsstoff sorgten — einen Release-Termin gibt es allerdings noch nicht.[5] Was das bereits gezeigte Material hergibt, haben wir in unserem News-Artikel zu den Highlights aus 60 Minuten Total-War-Warhammer-40.000-Gameplay aufgeschlüsselt. Jeder dieser Titel spült Neu-Interessierte ins Franchise, die anschließend vor derselben Frage stehen: Wo weitermachen?

Zugleich ist diese Folge der logische nächste Schritt unserer Reihe: Nach den widerlichsten Monstern (Folge 1), den Fraktionen des Imperiums (Folge 2) und den Schauplätzen der Galaxis (Folge 3) haben wir das Was der Lore abgedeckt. Diese Folge erklärt bewusst keine neuen Lore-Inhalte, sondern das Wie des Zugangs: welche Bücher, Videospiele und Codizes sich für welchen Einstiegstyp eignen. Wer nach dem Einstieg inhaltlich tiefer will, findet in den Folgen 1 bis 3 die Vertiefung.

Einstieg über Videospiele: Der niedrigschwelligste Weg

Der ehrlichste Rat zuerst: Wenn du über ein Videospiel gekommen bist, ist das nächste Videospiel oft der beste zweite Schritt — geringe Einstiegshürde, keine Vorkenntnisse nötig, und jedes Spiel vermittelt einen anderen Ausschnitt des Settings.

Wichtig für die Erwartungshaltung: Kein einzelnes Spiel erzählt „die" Lore. Jeder Titel zeigt einen Ausschnitt — eine Fraktion, einen Konflikt, einen Planeten. Das ist kein Mangel, sondern Konstruktionsprinzip des Settings. Und zur Transparenz: Wir ordnen hier ein, welcher Titel welchen Lore-Zugang bietet — eine Spielwertung ist das ausdrücklich nicht.

Einstieg über Bücher: Black Library als literarischer Kanon

Wer nach dem Spielen mehr Handlung und Charaktere will, landet bei Black Library — dem offiziellen Belletristik-Verlag von Games Workshop, unter dessen Dach praktisch die gesamte lizenzierte 40k-Romanliteratur erscheint.[1] Das macht die Romane zur naheliegenden Primärquelle für alle, die Lore lieber erzählt als erklärt bekommen.

Hier lohnt die quellenkritische Trennung, die diese Reihe auszeichnet:

Von einem Weg raten wir Neulingen dagegen ab, obwohl er naheliegt: chronologisch mit der Horus-Heresy-Buchreihe zu beginnen. Das Prequel-Epos umfasst über 50 Bände und setzt Begeisterung fürs Setting eher voraus, als dass es sie erzeugt. Warum dieser historische Wendepunkt trotzdem der Schlüssel zum gesamten Setting ist, klärt die Abschlussfolge dieser Reihe — spoiler-frei sei nur gesagt: Fast alles, was du in Space Marine 2 oder Darktide siehst, ist eine Spätfolge dieses einen Ereignisses.

Und noch eine Beruhigung: Du musst nicht „in Reihenfolge" lesen. Die meisten Einstiegsromane sind bewusst in sich abgeschlossen. Wir bleiben hier absichtlich spoiler-arm — die Bücher sollen ja noch Überraschungen bereithalten.

Einstieg über Codizes und Tabletop-Regelwerke

Der dritte Weg wird von Videospiel-Fans oft übersehen: die Codizes. Ein Codex ist das offizielle Fraktions-Handbuch des Tabletops — Games Workshop kombiniert darin Spielregeln und Einheitenprofile mit kompakt aufbereiteter Hintergrundgeschichte, Organisationsstruktur und Bildmaterial der jeweiligen Fraktion; Neuerscheinungen kündigt der Hersteller regelmäßig über die offizielle News-Seite Warhammer Community an.[2]

Das Entscheidende: Du musst weder Miniaturen sammeln noch Tabletop spielen, um einen Codex mit Gewinn zu lesen. Als reines Lore-Nachschlagewerk funktioniert er wie ein illustriertes Kompendium — ideal, wenn dich eine bestimmte Fraktion gepackt hat. Wer nach Darktide alles über die Strukturen des Imperiums wissen will, findet im entsprechenden Codex die dichteste Zusammenfassung; die erzählerische Einordnung dazu liefert unsere Folge 2 über die Fraktionen des Imperiums. Zwei Einschränkungen gehören zur ehrlichen Beratung: Codizes sind mit Abstand der teuerste Einstieg pro Seite, und ihre Regelanteile veralten mit jeder Edition — die Lore-Kapitel bleiben davon allerdings weitgehend unberührt.

Welcher Einstieg passt zu wem? Eine quellenkritische Einordnung

Die Kurzfassung als Entscheidungshilfe:

Du bist… Passender Einstieg Warum
Videospiel-Fan mit wenig Lesezeit Weitere 40k-Videospiele Niedrigste Hürde; jeder Titel ergänzt einen neuen Lore-Ausschnitt
An Charakteren und Handlung interessiert Black-Library-Romane Erzählte Lore; offizielle Getting-Started-Auswahl[1] plus stabile Community-Klassiker
Von einer bestimmten Fraktion fasziniert Codex der Fraktion Dichteste offizielle Fraktions-Lore in einem Band, auch ohne Tabletop nutzbar
Unsicher, ob 40k überhaupt etwas für dich ist Ein günstiger Einzeltitel (Spiel oder Roman) Geringes Risiko, in sich abgeschlossen

Ein konkretes Beispiel dafür, warum wir offizielle Empfehlung und Fan-Konsens konsequent trennen: Dass Black Library eine kuratierte Einstiegsseite pflegt, ist ein belegbarer Fakt.[1] Dass „Eisenhorn" der beste erste 40k-Roman sei, ist dagegen Community-Konsens — weit verbreitet und gut begründet, aber eben eine Meinung, keine offizielle Festlegung. Beides hat seinen Wert; man sollte nur wissen, was man vor sich hat. Genau diese Unterscheidung ist auch die beste Impfung gegen die Lore-Debatten, die dir in Foren begegnen werden: Vieles, was dort als Fakt auftritt, ist Interpretation.

Fazit: Der eigene Weg in die 40k-Galaxis

Der wichtigste Rat dieses Wegweisers ist zugleich der einfachste: Es gibt keinen Pflicht-Kanon, den du „nachholen" musst. Wähle den Zugang, der zu deinem Zeitbudget und Interesse passt — ein weiteres Spiel, einen abgeschlossenen Roman oder den Codex deiner Lieblingsfraktion — und lass das Setting von dort aus wachsen. Für die inhaltliche Vertiefung stehen die bisherigen Folgen dieser Reihe bereit: die widerlichsten Monster und Kreaturen der 40k-Lore (Folge 1), die Fraktionen des Imperiums (Folge 2) und die Schauplätze der Galaxis (Folge 3).

Den Abschluss der Reihe bildet demnächst der Blick auf den Bruch der Horus Heresy — den Wendepunkt, der erklärt, warum das 41. Jahrtausend so aussieht, wie es aussieht. Wer keine Folge verpassen will, findet alle Teile unter dem Reihen-Tag „Lore Deep-Dive" oder kompakt in unserem wöchentlichen Newsletter. Bis dahin gilt: Der beste Einstieg in Warhammer 40.000 ist der, den du tatsächlich anfängst.

Quellen

[1] Black Library – Getting Started (Warhammer 40,000) – https://www.blacklibrary.com/warhammer-40000/getting-started [2] Warhammer Community (offizielle News-Seite von Games Workshop) – https://www.warhammer-community.com/ [3] Steam – Warhammer 40,000: Space Marine 2 – https://store.steampowered.com/app/2183900/Warhammer_40000_Space_Marine_2/ [4] Fatshark – offizielle Website zu Warhammer 40,000: Darktide – https://www.playdarktide.com/ [5] Total War – offizielle Website (Creative Assembly/SEGA) – https://www.totalwar.com/

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