Die Meldung „Nicht genügend Speicherplatz” gehört zu den zuverlässigsten Frustmomenten im PS5-Alltag – und sie kommt schneller, als viele beim Konsolenkauf erwartet haben. Die gute Nachricht: Sony hat die PS5 von Anfang an mit einem freien M.2-Steckplatz ausgestattet, in den ihr eine handelsübliche NVMe-SSD einbauen könnt. Die weniger gute Nachricht: Nicht jede M.2-SSD ist geeignet, und wer die offiziellen Anforderungen ignoriert, kauft im schlimmsten Fall ein Laufwerk, das die Konsole gar nicht erst akzeptiert. Dieser Guide klärt, was Sony offiziell verlangt, ob ein Kühlkörper Pflicht ist, wie der Einbau abläuft – und welche Kapazität zu welchem Spielverhalten passt.
Warum der interne PS5-Speicher schnell knapp wird
Der beworbene Speicher der PS5 ist nicht der Speicher, den ihr tatsächlich nutzen könnt. Ein Teil der internen SSD ist fest für das System reserviert. Bei der Launch-PS5 mit nominell 825 GB bleiben laut übereinstimmenden Fachmedien-Angaben rund 667 GB für Spiele, Spielstände und Aufnahmen übrig.[2][3] Bei der PS5 Pro mit 2 TB fällt der Abzug prozentual kleiner aus: Push Square berichtet von rund 1,86 TB nutzbarem Speicher.[2] Die Slim-Modelle mit 1 TB liegen dazwischen.
Dem gegenüber stehen die Installationsgrößen moderner AAA-Titel. Hardware-Fachmedien wie Tom’s Hardware begründen ihre SSD-Kaufberatungen genau mit diesem Missverhältnis: Aktuelle Blockbuster belegen regelmäßig einen erheblichen zweistelligen GB-Bereich, einzelne Titel mit allen Inhalten überschreiten die 100-GB-Marke.[3] Wer eine Launch-PS5 besitzt, bekommt damit realistisch eine Handvoll großer Spiele parallel installiert – dann beginnt das Lösch-und-Neuinstallations-Karussell.
Dass sich dieses Problem nicht von selbst erledigt, zeigt auch die strategische Richtung der Plattform: Sony hat angekündigt, ab Januar 2028 keine Discs mehr für neue Spiele zu produzieren – was das konkret bedeutet, haben wir in unserer Einordnung zum Ende der Disc-Produktion aufgeschlüsselt. Je digitaler die Bibliothek, desto wichtiger wird lokaler Speicherplatz. Dass Sony dafür keinen proprietären Speicher wie etwa Microsoft mit den Xbox-Erweiterungskarten gewählt hat, sondern einen offenen M.2-Standard, gilt in der Fachpresse als einer der verbraucherfreundlichsten Hardware-Entscheide der Konsole: Ihr kauft am freien Markt und profitiert vom Preiswettbewerb der SSD-Hersteller.[5]
Sonys offizielle Mindestanforderungen an die M.2-SSD
Die verbindliche Referenz ist die offizielle PlayStation-Support-Seite zur M.2-SSD-Erweiterung. Sie gilt für alle PS5-Modelle – Standard, Digital Edition, Slim und Pro nutzen denselben Erweiterungsstandard.[1] Die Kernanforderungen im Überblick:
| Anforderung | Offizielle Sony-Vorgabe |
|---|---|
| Schnittstelle | PCIe Gen4 x4 M.2 NVMe SSD (SATA-M.2 ist inkompatibel)[1] |
| Kapazität | 250 GB bis 8 TB[1] |
| Sequenzielle Lesegeschwindigkeit | 5.500 MB/s oder schneller empfohlen[1] |
| Formfaktor | M.2 Typ 2230, 2242, 2260, 2280 oder 22110 (Key M)[1] |
| Breite | 22 mm (inklusive Kühlkörper bis 25 mm)[1] |
| Gesamthöhe inkl. Kühlkörper | maximal 11,25 mm – davon höchstens 8 mm oberhalb und 2,45 mm unterhalb der Platine[1] |
| Kühlung | Effektive Wärmeableitung über eine Kühlstruktur (z. B. Kühlkörper) erforderlich[1] |
Drei Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit. Erstens: PCIe Gen4 ist die Kernvoraussetzung. Günstige Gen3-SSDs passen mechanisch in den Slot, erfüllen aber die Geschwindigkeitsanforderung nicht – die Konsole warnt in diesem Fall vor möglichen Leistungsproblemen. Auch schnellere Gen5-SSDs bringen in der PS5 keinen Vorteil, da der Slot mit Gen4-Geschwindigkeit angebunden ist; ihr zahlt dann für Leistung, die die Konsole nicht abruft.[3]
Zweitens: Die 5.500 MB/s sind eine Empfehlung mit Gewicht. Sony formuliert den Wert als empfohlene Untergrenze für sequenzielles Lesen.[1] In der Praxis heißt das für den Kauf: Nur SSDs wählen, deren Herstellerangabe klar darüber liegt – die gängigen Gen4-Topmodelle erreichen 7.000 MB/s und mehr und lassen damit Reserve.[3]
Drittens: Die Bauhöhe entscheidet über die Kühlkörper-Wahl. Die 11,25 mm Gesamthöhe sind bei den meisten für die PS5 vermarkteten Kühlkörper-SSDs eingehalten, bei wuchtigen PC-Gaming-Kühlkörpern aber nicht immer. Wer SSD und Kühlkörper separat kauft, muss die Maße selbst gegenprüfen.[1]
Der gängige Formfaktor für Konsolen-Upgrades ist 2280 (22 × 80 mm) – praktisch alle relevanten Consumer-Gen4-SSDs erscheinen in dieser Baugröße, und sie passt in alle PS5-Modelle.[3]
Braucht die SSD zwingend einen Kühlkörper?
Kurz: Ja, an Kühlung führt kein Weg vorbei. Sony schreibt auf der offiziellen Support-Seite ausdrücklich, dass die M.2-SSD eine effektive Wärmeableitung über eine Kühlstruktur wie einen Kühlkörper mit Wärmeleitpad benötigt – eine nackte SSD ohne jede Kühlung entspricht nicht der Vorgabe.[1]
Für den Kauf ergeben sich daraus zwei Wege:
- SSD mit vormontiertem Kühlkörper: Die bequemste Lösung. Hersteller wie Samsung und Western Digital bieten ihre Topmodelle in Varianten mit flachem, PS5-konformem Kühlkörper an; Fachmedien empfehlen für die Konsole in der Regel genau diese Ausführungen, weil Maßhaltigkeit und Montage ab Werk erledigt sind.[4]
- SSD ohne Kühlkörper plus Nachrüst-Kühler: Oft ein paar Euro günstiger, erfordert aber Eigenmontage und die erwähnte Maßkontrolle. Für geübte Bastler:innen kein Problem, für alle anderen die unnötig fehleranfälligere Variante.
Eine eigene Temperaturmessung haben wir nicht durchgeführt – die Einordnung der Fachpresse ist hier aber einhellig: Ein flacher, konsolentauglicher Kühlkörper reicht für den PS5-Betrieb aus; teure Spezial-Kühllösungen sind nicht nötig, solange die Sony-Maße eingehalten werden.[3][4]
Einbau Schritt für Schritt: der offizielle Ablauf
Der Einbau ist von Sony ausdrücklich vorgesehen und auf der Support-Seite dokumentiert – Garantieangst ist hier fehl am Platz, solange ihr euch an die Anleitung haltet.[1] Der offizielle Ablauf in Kurzform:
- Vorbereitung: Systemsoftware der PS5 auf den aktuellen Stand bringen, Konsole vollständig ausschalten (nicht Ruhemodus), Netzstecker und alle Kabel ziehen und das Gerät einige Minuten abkühlen lassen.[1]
- Sicherheit: In gut beleuchteter Umgebung arbeiten und sich vor dem Griff zur Platine erden (etwa durch Berühren eines geerdeten Metallobjekts), um elektrostatische Entladung zu vermeiden.[1]
- Öffnen: Die entsprechende Seitenabdeckung der Konsole abnehmen – der Handgriff unterscheidet sich je nach Modellgeneration leicht, ist aber bei Standard, Slim und Pro werkzeuglos möglich. Darunter liegt die mit einer Schraube gesicherte Abdeckung des M.2-Erweiterungsschachts.[1]
- Einsetzen: Abdeckungsschraube lösen, SSD im 45-Grad-Winkel in den Slot stecken, herunterdrücken und mit der Halteschraube im passenden Gewindeloch für die jeweilige Baulänge fixieren. Abdeckung und Seitenteil wieder montieren.[1]
- Formatieren: Beim nächsten Start erkennt die Konsole das neue Laufwerk und fordert zur Formatierung auf. Erst danach steht der Speicher für Spiele bereit – auf der SSD vorhandene Daten werden dabei gelöscht.[1]
Danach könnt ihr in den Speichereinstellungen festlegen, dass neue PS5-Spiele direkt auf der M.2-SSD installiert werden, und bestehende Installationen zwischen internem Speicher und Erweiterung verschieben.[1]
Kaufkriterien: welche Kapazität zu welchem Budget und Bedarf passt
Konkrete Preise ändern sich wöchentlich, die Bedarfslogik dagegen ist stabil. Als Orientierung auf Basis der aktuellen Fachmedien-Kaufberatungen:[3][5]
| Kapazität | Für wen sinnvoll |
|---|---|
| 1 TB | Solider Einstieg: verdoppelt den nutzbaren Speicher einer Launch-PS5 in etwa; genügt, wenn ihr wenige große Titel parallel spielt |
| 2 TB | Der Sweet Spot der meisten Kaufberatungen: bestes Verhältnis aus Preis pro GB und Zukunftsreserve[3] |
| 4–8 TB | Für Vielspieler:innen mit großer digitaler Bibliothek; 8 TB ist das offizielle Maximum, der Aufpreis pro GB steigt am oberen Ende aber deutlich[1][3] |
Bei den Modellen herrscht in der Fachpresse seit Jahren bemerkenswerte Einigkeit: Tom’s Hardware führt die WD Black SN850X als Top-Empfehlung für die PS5 und nennt daneben Samsung 990 Pro und SK hynix Platinum P41 als bewährte Alternativen.[3] GamesRadar+ kürt die Samsung 990 Pro mit Kühlkörper zum besten Gesamtpaket und verweist auf deren sequenzielle Lesegeschwindigkeit von 7.450 MB/s – weit oberhalb der Sony-Schwelle.[4] Tom’s Hardware weist zudem auf die WD Black SN850P hin: technisch eine SN850X mit PlayStation-Branding und anderem Kühlkörper, meist mit Aufpreis verkauft – ein Blick auf die reguläre SN850X mit Kühlkörper lohnt sich also.[3]
Ein Preis-Leistungs-Hinweis zum Schluss: SSD-Preise schwanken stark, und gerade um große Sale-Phasen herum tauchen die PS5-tauglichen Topmodelle regelmäßig reduziert auf. Es lohnt sich, den Kauf mit ohnehin anstehenden Spiele-Rabatten zu koordinieren – einen Eindruck, wie stark PlayStation-Preise in Aktionszeiträumen fallen, gibt unser Überblick zum July Savings Sale im PlayStation Store. Und wer über den Konsolenrand hinausschaut: Wie sehr die Plattformen beim Thema Speicher und Spielebesitz unterschiedliche Wege gehen, zeigt unser Erklärstück zu Nintendos Game-Key-Cards auf der Switch 2.
Fazit: Wer die vier harten Kriterien einhält – PCIe Gen4 NVMe, Herstellerangabe klar über 5.500 MB/s sequenziellem Lesen, PS5-konforme Bauhöhe inklusive Kühlkörper, Kapazität nach Bibliotheksgröße – kann bei der PS5-Speichererweiterung kaum etwas falsch machen. Die offizielle Sony-Anleitung macht den Einbau auch für Erstbastler:innen in wenigen Minuten machbar, und der offene M.2-Standard sorgt dafür, dass ihr vom Preiswettbewerb profitiert statt in einem proprietären Ökosystem gefangen zu sein.
Quellen
[1] PlayStation Support (offiziell) – https://www.playstation.com/en-us/support/hardware/ps5-install-m2-ssd/
[2] Push Square – https://www.pushsquare.com/news/2024/11/ps5-pro-actually-gives-you-almost-all-its-2tb-of-storage-to-use
[3] Tom’s Hardware – https://www.tomshardware.com/best-picks/best-ps5-ssds
[4] GamesRadar+ – https://www.gamesradar.com/hardware/ssd-hard-drives/the-best-ssd-for-ps5-tested/
[5] TechRadar – https://www.techradar.com/gaming/ps5/the-best-ssd-for-ps5
Titelbild: KI-gestützt von der Redaktion Gaming-Insider erstellt.
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