Website-Icon gaming-insider.de

game-Verband veröffentlicht politische Erklärung zur Gamescom 2026: Das sind die Forderungen

Kurz vor dem Start der Gamescom 2026 hat sich der game – Verband der deutschen Games-Branche mit einer politischen Erklärung zu Wort gemeldet. Unter dem Titel „Lust auf Zukunft: Potenziale von Games nutzen" richtet der Verband Forderungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft — veröffentlicht am 5. August 2026 auf der offiziellen Verbandsseite.[1] Wir fassen zusammen, was in der Erklärung steht, wer dahintersteckt und was die Forderungen bedeuten könnten. Wichtig vorab: Es handelt sich um eine Verbandsposition, nicht um beschlossene Politik.

Die Erklärung des game-Verbands zur Gamescom 2026 — der Kern

Anlass der Erklärung ist die Gamescom 2026, die vom 24. bis 30. August in Köln stattfindet und in diesem Jahr unter dem Leitthema „Games machen Lust auf Zukunft" steht.[2] Der game-Verband ruft in seinem Papier dazu auf, die kulturelle, technologische und wirtschaftliche Kraft von Games stärker zu nutzen und Deutschland sowie Europa als produzierenden Games-Standort international wettbewerbsfähiger aufzustellen.[1]

Zur Begründung führt der Verband eigene Zahlen an: Rund sechs von zehn Menschen in Deutschland spielen demnach Computer- und Videospiele, weltweit seien es über drei Milliarden. Mit Games würden global mehr als 200 Milliarden US-Dollar pro Jahr umgesetzt; zudem sei die Branche bei vielen technischen Innovationen führend und damit ein Baustein digitaler Souveränität.[1]

Inhaltlich gliedert sich die Erklärung laut game.de in drei Themenfelder:[1]

Alle drei Punkte sind Forderungen beziehungsweise Positionen des Verbands. Ob und in welcher Form die Politik sie aufgreift, ist offen. Auch die zitierten Studienbefunde geben wir hier als Darstellung der Erklärung wieder, ohne sie eigenständig zu bewerten.

Wer ist der game-Verband und warum äußert er sich zur Gamescom?

Der game – Verband der deutschen Games-Branche e. V. ist die Interessenvertretung der Games-Unternehmen in Deutschland — von kleinen Indie-Studios bis zu großen Publishern. Als Branchenverband vertritt er naturgemäß die Interessen seiner Mitglieder gegenüber der Politik; seine Erklärungen sind entsprechend als Lobby-Positionen zu lesen, was sie nicht falsch macht, aber einzuordnen ist.

Dass die Erklärung genau jetzt erscheint, ist kein Zufall: Die Gamescom ist die weltweit größte Publikumsmesse für Computer- und Videospiele und seit Jahren auch eine politische Bühne. 2026 wird die Messe laut game-Verband von Vizekanzler Lars Klingbeil und der für Games zuständigen Bundesministerin Dorothee Bär eröffnet — die Aufmerksamkeit der Bundespolitik ist also garantiert.[3] Wer als Verband Forderungen platzieren will, findet kaum ein besseres Zeitfenster als die Woche, in der Spitzenpolitik durch die Kölner Messehallen läuft.

Die Forderung nach verlässlicher Förderung knüpft dabei an eine Debatte an, die die Branche seit Jahren begleitet. Welche Summen der Bund bislang in die Games-Förderung gesteckt hat und warum das Thema so umkämpft ist, haben wir in unserer Einordnung zur Bundesförderung von über 250 Millionen Euro seit 2019 ausführlich aufgeschlüsselt.

Einordnung — was die Forderungen bedeuten könnten

Was würde es bedeuten, wenn die Politik die Forderungen aufgreift? Hier lohnt eine nüchterne Trennung zwischen dem aktuellen Stand — es liegt eine Forderung vor, mehr nicht — und den möglichen Folgen einer Umsetzung.

Für Studios in Deutschland wäre vor allem die steuerliche Games-Förderung relevant, die die Erklärung als bereits im Koalitionsvertrag angekündigt beschreibt.[1] Länder wie Kanada, Frankreich oder Großbritannien arbeiten seit Langem mit steuerlichen Anreizmodellen; deutsche Studios konkurrieren international um Aufträge, Investitionen und Talente. Eine verlässliche, planbare Förderkulisse könnte — im Konjunktiv, denn beschlossen ist nichts — die Kalkulation von Projekten erleichtern und Produktionen im Land halten. Das Fachmedium GamesWirtschaft ordnet die Erklärung entsprechend als Forderungspapier an die Politik im Vorfeld der Messe ein.[4]

Für Spielerinnen und Spieler wären die Effekte indirekter: Mehr Produktionen aus Deutschland würden vor allem die Vielfalt lokaler Entwicklungen stärken. Wie lebendig diese Szene bereits ist, zeigt etwa der „Games Forged in Germany"-Showcase mit Spielen aus Deutschland, der im Juli 2026 einen Überblick über kommende Titel gab.

Beim Jugendschutz gilt besondere Vorsicht bei der Lesart: Der Verband fordert, etablierte Systeme wie USK, PEGI und IARC zu stärken statt sie durch konkurrierende Regulierung zu schwächen.[1] Das ist eine regulierungspolitische Position der Branche — wie Gesetzgeber auf nationaler und EU-Ebene das bewerten, ist eine offene politische Frage, zu der wir an dieser Stelle keine eigene rechtliche Einschätzung abgeben. Nennenswerte Reaktionen aus der Politik auf die Erklärung lagen zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung noch nicht vor; sollten sie kommen, dürften sie in die Messewoche fallen.

Gamescom 2026 im Kontext

Die politische Erklärung ist Teil eines größeren Vorlaufs zur Messe. Für alle, die die Gamescom-Woche verfolgen, die wichtigsten Eckdaten:

Wer während der Messewoche auf dem Laufenden bleiben will: Unser wöchentlicher Digest fasst die wichtigsten Gaming-News kompakt zusammen.

Kurz zusammengefasst

Angaben Stand 6. August 2026 — die Redaktion aktualisiert diesen Artikel, falls es während der Gamescom-Woche politische Reaktionen oder eine Weiterentwicklung gibt.

Quellen

[1] game – Verband der deutschen Games-Branche: „game-Verband veröffentlicht Erklärung mit politischen Forderungen zur gamescom 2026" – https://www.game.de/politische-erklaerung-gamescom-2026/ [2] game – Verband der deutschen Games-Branche: „gamescom 2026: Lust auf Zukunft" – https://www.game.de/gamescom-2026-leitthema-lust-auf-zukunft/ [3] game – Verband der deutschen Games-Branche: „Vizekanzler Lars Klingbeil und Games-Ministerin Dorothee Bär werden gamescom 2026 eröffnen" – https://www.game.de/vizekanzler-lars-klingbeil-und-games-ministerin-dorothee-baer-werden-gamescom-2026-eroeffnen/ [4] GamesWirtschaft: „Gamescom 2026: Game-Verband stellt Forderungen an die Politik" – https://www.gameswirtschaft.de/politik/game-verband-forderungen-politik-gamescom-2026-050826/

Die mobile Version verlassen