Softgames will weiter zukaufen: Berliner Instant-Games-Anbieter macht Übernahme-Strategie offiziell
Softgames stellt seine Zukaufs-Strategie offiziell vor: Der Berliner Instant-Games-Spezialist sucht Spiele, Kataloge und ganze Studios. Was bekannt ist – und was offen bleibt.
- Softgames aus Berlin hat offiziell angekündigt, weitere Instant- und Mobile-Games zu übernehmen – einzelne Titel, Kataloge, Marken oder ganze Studios.
- Gesucht sind laut Pressemitteilung Spiele mit bewährtem Publikum, gesunden Kennzahlen und Technik, die sich schnell in die eigene Plattform integrieren lässt.
- Konkrete Zielunternehmen, Kaufsummen und ein Zeitplan sind bislang nicht genannt; zuletzt übernahm Softgames 19 Instant Games von Funday Games.
Der Berliner Instant-Games-Spezialist Softgames geht auf Einkaufstour – und sagt das diesmal ganz offiziell. Am 6. Oktober 2026 hat das Unternehmen per Pressemitteilung seine Akquisitionsstrategie vorgestellt: Softgames will weitere Web- und Mobile-Casual-Games übernehmen und sich als „Zuhause" für Instant Games positionieren.[1] Das Fachmedium GamesWirtschaft berichtete am 7. Oktober über die Expansionspläne.[2] Wir ordnen ein, wer Softgames ist, was genau angekündigt wurde – und welche Details noch offen sind.
Softgames will weiter zukaufen – was ist bekannt?
Die Kernaussage stammt direkt aus der Unternehmensmitteilung: Softgames sucht aktiv nach Übernahmezielen im Instant- und Mobile-Casual-Bereich. Infrage kommen dabei ausdrücklich nicht nur ganze Studios, sondern auch einzelne Titel, komplette Spielekataloge oder Markenrechte – die Deal-Struktur soll jeweils individuell auf das Spiel oder Studio zugeschnitten werden.[1]
Das Anforderungsprofil ist ebenfalls konkret benannt: Softgames interessiert sich für Spiele mit einem bereits bewährten Publikum, gesunden Kennzahlen bei Spielerbindung und Monetarisierung sowie Technik, die sich schnell in die eigene Infrastruktur integrieren lässt.[1] Übernommene Titel sollen anschließend von den Plattform-Partnerschaften, dem Live-Betrieb, den Daten- und Analyse-Werkzeugen und der Monetarisierungs-Erfahrung des Unternehmens profitieren; für schnellere weltweite Veröffentlichungen und Spiel-Updates setzt Softgames nach eigenen Angaben auch auf KI-gestützte Werkzeuge.[1]
CEO Alexander Krug betont in der Mitteilung, man kaufe nicht, um einfach nur zu wachsen: Jeder Titel müsse für sich allein funktionieren, bevor Reichweite und Expertise von Softgames ihn besser machen könnten. Instant Games seien „eine der spannendsten Kategorien im Gaming", man wolle die erste Anlaufstelle für die besten Instant-Game-Erlebnisse der Welt werden.[1]
Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich um eine Absichtserklärung mit klarem Suchprofil, nicht um die Ankündigung eines konkreten neuen Deals. Laut dem Bericht von GamesWirtschaft führt das Unternehmen bereits Gespräche mit Studios und Publishern.[2]
Wer ist Softgames?
Softgames ist ein Berliner Entwickler und Betreiber von Instant Games – also Spielen, die ohne Download und Installation direkt in Messenger-Apps, sozialen Netzwerken oder im Browser laufen, meist auf HTML5-Basis. Das unterscheidet das Geschäftsmodell grundlegend vom klassischen Mobile-Gaming über App-Stores: Statt eine App zu installieren, startet man das Spiel dort, wo man ohnehin gerade ist. Nach eigenen Angaben vertreibt Softgames seine Spiele über Plattformen von Meta, Google, Microsoft, Reddit und Samsung.[1]
Dass die aktuelle Ankündigung keine leere Absichtsbekundung ist, zeigt die jüngste Firmengeschichte: Erst im August 2026 übernahm Softgames das Instant-Games-Portfolio des dänischen Studios Funday Games – 19 Social-Titel, darunter Chess Quest. Das eigene Portfolio wuchs damit auf mehr als 500 Instant Games.[3] Die jetzt veröffentlichte Strategie formalisiert also einen Kurs, den das Unternehmen bereits eingeschlagen hat: Wachstum über Zukäufe statt ausschließlich über Eigenentwicklungen.
Was bedeutet die Expansionsstrategie für den Markt?
Der Instant-Games-Sektor ist ein Nischenmarkt mit besonderen Spielregeln. Die Spiele sind klein, schnell produziert und leben vom Zugang zu großen Plattformen mit Milliardenreichweite. Genau dieser Plattformzugang ist die eigentliche Eintrittshürde – und das Kapital, mit dem Softgames wirbt: Wer als kleines Studio ein funktionierendes Spiel hat, aber keine direkte Anbindung an die großen Vertriebskanäle, dem bietet Softgames an, Distribution, Live-Betrieb und Monetarisierung zu übernehmen.[1]
Für Entwicklerinnen und Entwickler im HTML5- und Casual-Bereich entsteht damit eine zusätzliche Exit-Option: Statt ein Spiel selbst über Jahre zu betreiben, können sie einzelne Titel oder ganze Kataloge verkaufen. Zugleich ist das ein Baustein eines größeren Konsolidierungsbildes: Auch im Casual- und Mobile-Segment sammeln sich Spiele und Studios zunehmend bei wenigen spezialisierten Betreibern, die mit Skaleneffekten bei Daten, Werbevermarktung und Live-Ops arbeiten. Wie dynamisch sich das mobile Segment hierzulande entwickelt, zeigt unser Blick auf den deutschen Mobile-Games-Markt mit rund 2,7 Milliarden Euro Umsatz. Und dass Übernahmen derzeit die vielleicht prägendste Kraft der Branche sind, belegt auf ganz anderer Größenskala die EA-Übernahme durch das Investorenkonsortium um Saudi-Arabiens Staatsfonds.
Die Ankündigung ist dabei auch als Signal an den Markt zu lesen: Ein öffentlich kommuniziertes Suchprofil senkt die Hemmschwelle für Studios, selbst auf Softgames zuzugehen – eine in der Branche durchaus übliche Methode, um Deal-Pipelines zu füllen.
Offene Fragen: Was noch nicht bekannt ist
So konkret das Suchprofil ist, so offen bleiben die eigentlichen Transaktionsdetails. Nach aktuellem Stand ist nicht bekannt:
- Welche Unternehmen oder Spiele konkret auf der Liste stehen – Softgames nennt keine Zielobjekte, laut GamesWirtschaft laufen aber bereits Gespräche mit Studios und Publishern.[2]
- Welches Budget für die Zukäufe bereitsteht; weder zur Finanzierung noch zu einer Größenordnung einzelner Deals gibt es Angaben. Auch die Kaufsumme der Funday-Übernahme wurde nicht veröffentlicht.[3]
- Ein Zeitplan: Wann mit der nächsten abgeschlossenen Übernahme zu rechnen ist, lässt die Mitteilung offen.
Sobald Softgames einen konkreten Zukauf vermeldet, ordnen wir ihn an dieser Stelle ein.
Einordnung für die Gaming-Community
Für Spielerinnen und Spieler ändert sich kurzfristig nichts – wer Instant Games in Messenger oder Browser spielt, wird von einem Eigentümerwechsel einzelner Titel im Alltag wenig merken. Mittelfristig ist die Entwicklung trotzdem relevant: Wandern mehr Spiele unter das Dach eines Live-Ops-Spezialisten, entscheidet dessen Monetarisierungsstrategie darüber, wie sich diese Titel künftig anfühlen – von Werbefrequenz bis In-Game-Käufen. Für kleine Studios wiederum kann ein kapitalkräftiger Käufer der Unterschied sein zwischen einem Spiel, das eingestellt wird, und einem, das weiterlebt.
Klar abgegrenzt sei: Dies ist eine Markt- und Branchen-Einordnung, keine Finanz- oder Anlageberatung – Softgames ist ein privat geführtes Unternehmen, es gibt hier nichts zu „investieren". Wer tiefer einsteigen will, was Instant Games technisch und wirtschaftlich von klassischen Apps unterscheidet, findet dazu bald eine ausführliche Erklärstrecke bei uns. Alle wichtigen Branchen-Meldungen der Woche fassen wir außerdem kompakt im wöchentlichen Newsletter zusammen.
Quellen
[1] SOFTGAMES – offizielle Pressemitteilung „SOFTGAMES Outlines Acquisition Strategy: A Home for Instant and Mobile Games" (Games Press, 06.10.2026) – https://www.gamespress.com/en-US/SOFTGAMES-Outlines-Acquisition-Strategy-A-Home-for-Instant-and-Mobile- [2] GamesWirtschaft – „Softgames will weiter zukaufen" (07.10.2026) – https://www.gameswirtschaft.de/wirtschaft/softgames-instant-games-expansion-071026/ [3] SOFTGAMES – offizielle Meldung zur Übernahme des Funday-Games-Portfolios (August 2026) – https://www.softgames.com/softgames-acquires-funday-instant-games/
KI-Hinweis: Dieser Beitrag wurde von unserer Redaktion recherchiert und geprüft. KI-Werkzeuge unterstützten bei Recherche, Zusammenfassung und Bildgestaltung — jede Einschätzung ist redaktionell geprüft.
Alexander „HeavyG“ Woitschach ist mehr als nur Gaming-Insider – er ist Gaming-Macher. Als früherer Profi-Spieler im Taktik-Shooter Wolfenstein: Enemy Territory kennt er den E-Sport von innen. Mit seiner Organisation one4one war er Pionier, Teamleiter und Netzwerker in einem – lange bevor E-Sports zum Mainstream wurde. Heute verbindet er seine Leidenschaft für Spieleentwicklung mit journalistischem Gespür: Als Entwickler arbeitet er aktiv an eigenen Projekten und bringt technische Tiefe in seine Artikel ein. Ob Engine-Insights, Genre-Guides oder News aus der Szene – HeavyG liefert den Blick hinter die Kulissen, den andere nur antippen.
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