„Warhammer 30.000″ – dieses Setting sucht man in offiziellen Games-Workshop-Katalogen vergeblich. Gemeint ist damit die Horus-Heresy-Ära, der große Bürgerkrieg rund 10.000 Jahre vor den Ereignissen von Warhammer 40.000, den die Community deshalb gern als „30k” abkürzt. Genau dorthin führt ein aktuelles Meinungsstück von GameStar: Es erinnert an The Horus Heresy: Battle of Tallarn, ein Strategiespiel aus dem Jahr 2017 – laut GameStar ein einzigartiges Warhammer-Spiel, das wir „wahrscheinlich nie wieder spielen können”, wobei „einzigartig” ausdrücklich nicht „gut” heiße.[1] Wir ordnen ein, welches Spiel dahintersteckt, warum es verschwunden ist und was an der Kritik dran ist.

Um welches Spiel geht es – und was macht es „einzigartig”?
The Horus Heresy: Battle of Tallarn ist ein rundenbasiertes Strategiespiel des schottischen Studios HexWar Games, das zunächst für Mobilgeräte entwickelt wurde und 2017 als erweiterte „Iron Edition” auf Steam erschien.[2][3] Inhaltlich setzt es gewissermaßen ein Kapitel der Horus-Heresy-Romanreihe spielbar um: die Schlacht von Tallarn, in der Warhammer-Vorlage eine der größten Panzerschlachten der gesamten Setting-Historie. Nachdem die verräterischen Iron Warriors den Planeten mit Virusbomben unbewohnbar gemacht haben, rollen beide Seiten in versiegelten Panzern über die verseuchte Oberfläche – Infanteriegefechte unter freiem Himmel gibt es praktisch nicht.
Laut Steam-Produktbeschreibung umfasst die Iron Edition drei Kampagnen mit insgesamt 18 Hauptmissionen sowie einen Bestand von rund 66 Einheiten aus der Horus-Heresy-Ära.[2] Genau darin liegt für GameStar das Alleinstellungsmerkmal: ein Videospiel, das sich komplett der 30k-Ära verschreibt und eine großangelegte Panzerschlacht dieser Epoche spielbar macht – eine Idee, die in dieser Form bis heute kein anderes Studio aufgegriffen habe.[1] Tatsächlich sind digitale Spiele im Horus-Heresy-Setting eine Seltenheit; das Gros der Warhammer-Videospiele spielt im „regulären” 41. Jahrtausend oder in der Fantasy-Welt.
Warum wir es „wahrscheinlich nie wieder spielen können”
Der zweite Teil der GameStar-Überschrift zielt auf die Verfügbarkeit – und die ist tatsächlich ein Problem. Battle of Tallarn wurde aus dem Verkauf genommen: Die Steam-Produktseite des Hauptspiels ist nicht mehr erreichbar, in der Steam-Datenbank ist der Titel als delistet geführt.[3] Laut GameStar ist das Spiel auch anderswo – etwa bei GOG – nicht mehr regulär erhältlich.[1]
Als Grund für das Delisting nennt GameStar Lizenzgründe.[1] Ein offizielles Statement von HexWar Games oder Games Workshop zu den Hintergründen ist uns nicht bekannt – die Lizenz-Erklärung ist also plausibel, aber nicht offiziell bestätigt. Ins Bild passt sie dennoch: Games Workshop vergibt Videospiel-Lizenzen zeitlich befristet, und in den vergangenen Jahren verschwand eine ganze Reihe kleinerer Warhammer-Titel nach Lizenzablauf aus den Stores.
Wichtig für Bestandskund:innen: Wie bei Steam-Delistings üblich bedeutet die Entfernung aus dem Verkauf nicht die Löschung des Spiels – wer Battle of Tallarn gekauft hat, behält den Zugriff über die eigene Bibliothek. Neu erwerben lässt es sich auf regulärem Weg dagegen nicht mehr. Genau daraus speist sich die GameStar-Pointe vom Spiel, das „wir wahrscheinlich nie wieder spielen können”: Ohne Neuauflage oder Lizenz-Comeback bleibt der Titel für alle, die ihn nicht besitzen, faktisch unerreichbar.
Die Kehrseite – warum „einzigartig” laut GameStar nicht „gut” bedeutet
So bemerkenswert das Konzept ist, so deutlich fällt die Einschränkung im GameStar-Artikel aus. Das Stück beschreibt den Fall des Spiels als tragisch – gerade weil die Grundidee stark sei –, attestiert dem Titel aber handfeste Schwächen: Balance-Probleme und eine schwache Präsentation, die GameStar auf die Mobile-Herkunft und das begrenzte Budget der Produktion zurückführt.[1] Das Fazit des Magazins: Battle of Tallarn eigne sich nur für sehr geduldige Strategie-Fans, die eine echte Leidenschaft für die Horus-Heresy-Ära mitbringen und das 30k-Setting unbedingt spielerisch erleben wollen.[1]
Dazu passt die damalige Nutzerresonanz: Die auf Steam hinterlegten Nutzerreviews des Spiels fielen gemischt aus.[3] Wir selbst haben Battle of Tallarn nicht gespielt und geben deshalb bewusst keine eigene Wertung ab – die Einschätzung, dass hier ein einmaliges Konzept an der Umsetzung scheiterte, ist die des GameStar-Autors, und sie deckt sich zumindest mit dem verhaltenen Nutzerecho von damals.
Einordnung: Was der Fall über Warhammer-Spiele – und digitale Verfügbarkeit – erzählt
Für das Warhammer-Franchise ist der Fall doppelt lehrreich. Erstens zeigt er, wie breit Games Workshop seine Marke lizenziert – von Blockbustern wie Space Marine 2 über Darktide bis hin zu kleinen Nischenproduktionen wie eben Battle of Tallarn – und wie unterschiedlich die Halbwertszeit dieser Titel ausfällt. Zweitens illustriert er, dass gerade die experimentellen Rand-Titel eines Franchise am schnellsten verschwinden: Ein Großprojekt bekommt Remaster und Nachfolger, ein Nischen-Panzerspiel verschwindet nach Lizenzende leise aus den Stores.
Damit reiht sich der Fall in eine größere Debatte um digitale Verfügbarkeit und Spielebewahrung ein, die uns zuletzt mehrfach beschäftigt hat: Wenn Spiele nur noch digital existieren, hängt ihr Fortbestand an Store-Einträgen und Lizenzverträgen – warum das relevant ist, zeigt unsere Einordnung zum Ende der PlayStation-Disc-Produktion 2028. Und dass selbst eine Hülle im Regal keinen dauerhaften Zugriff garantiert, erklärt unser Stück zu den Game-Key-Cards der Nintendo Switch 2.
Kurz zusammengefasst
- Das Spiel: The Horus Heresy: Battle of Tallarn (HexWar Games, Steam-Release der Iron Edition 2017) – rundenbasierte Strategie zur größten Panzerschlacht der Warhammer-Lore.[2][3]
- Die Einzigartigkeit: Laut GameStar das bislang einzige Videospiel, das eine 30k-Panzerschlacht in diesem Umfang umsetzt – eine Idee ohne Nachahmer.[1]
- Die Verfügbarkeit: Delistet und regulär nicht mehr kaufbar; als Grund gelten Lizenzgründe (laut GameStar, offiziell nicht bestätigt). Bestandskäufer:innen behalten Bibliothekszugriff.[1][3]
- Die Einschränkung: Laut GameStar kein gutes Spiel – Balance- und Präsentationsschwächen machen es nur für sehr geduldige Horus-Heresy-Fans interessant.[1]
Quellen
[1] GameStar – https://www.gamestar.de/artikel/ein-einzigartiges-warhammer-spiel-werden-wir-wahrscheinlich-nie-wieder-spielen,3456459.html
[2] Steam (Produktseite Iron-Edition-DLC, The Horus Heresy: Battle of Tallarn) – https://store.steampowered.com/dlc/515980/The_Horus_Heresy_Battle_of_Tallarn__Iron_Edition/
[3] SteamDB (App 515980, The Horus Heresy: Battle of Tallarn – Iron Edition) – https://steamdb.info/app/515980/
Titelbild: KI-gestützt von der Redaktion Gaming-Insider erstellt.
Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
📬 Kein Deal, kein Release verpassen
Wöchentlicher Gaming-Deals-&-News-Digest — kostenlos, jederzeit abbestellbar.




