KI in 50 Prozent aller Steam-Releases? Was hinter der viel zitierten Studie steckt

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„Schon bald steckt KI in 50 Prozent aller Steam-Releases" – mit dieser Schlagzeile hat GameStar am 18. Juli 2026 eine Debatte losgetreten, die in den Kommentarspalten schnell eskalierte.[1] Doch wer steckt eigentlich hinter der Studie, auf die sich die Meldung beruft? Wir haben die Quelle identifiziert, die Zahlen eingeordnet und zeigen, was davon Fakt ist – und was Prognose.

Die Meldung: Was die Studie laut GameStar konkret behauptet

GameStar berichtet über eine Datenanalyse, nach der KI-gestützte Spiele auf Steam massiv zunehmen – so stark, dass bald rund die Hälfte aller neuen Releases KI-Inhalte enthalten könnte.[1] GameStar ist dabei Sekundärquelle: Das Magazin berichtet über die Analyse, hat sie aber nicht selbst durchgeführt.

Die Primärquelle konnten wir identifizieren: Es handelt sich um die Auswertung „Three years of AI on Steam" von Sulka Haro, ehemals Lead Designer von Habbo Hotel und heute beim Studio Mainframe Industries tätig. Haro hat nach eigenen Angaben alle 53.597 Spiele untersucht, die zwischen Juli 2023 und Juli 2026 in Steams Games-Kategorie erschienen sind – und geprüft, ob die jeweilige Store-Seite eine KI-Offenlegung enthält.[2]

Wichtig für die Einordnung: Es ist keine Studie eines Marktforschungsinstituts und kein wissenschaftlich begutachtetes Paper, sondern eine selbst veröffentlichte Datenanalyse eines Branchenprofis. Das macht die Zahlen nicht automatisch falsch – die Rohdaten basieren auf öffentlich einsehbaren Steam-Store-Angaben –, aber es ist ein Unterschied, den die zugespitzte Schlagzeile nicht transportiert. Eine unabhängige Prüfung des Datensatzes durch gaming-insider.de steht aus.

Einordnung: Wie belastbar ist die 50-Prozent-Zahl?

Der wichtigste Punkt zuerst: Die 50 Prozent sind kein heutiger Ist-Zustand, sondern eine Hochrechnung. Laut der Analyse könnte der Anteil KI-deklarierter Spiele die 50-Prozent-Marke irgendwann zwischen 2027 und 2028 überschreiten – falls der aktuelle Trend unverändert anhält.[2] Auch GamesRadar+ fasst die Auswertung so zusammen: Bis 2028 könnte die Hälfte aller Steam-Releases KI nutzen, weil KI „die Hürde senkt, nicht nur ein Spiel zu machen, sondern gleich mehrere".[3] Diese Prognose ist unbestätigt – niemand kann heute seriös wissen, ob sich der Trend linear fortsetzt, abflacht oder beschleunigt.

Der belegte Kern der Analyse sieht so aus:

JahrAnteil der Steam-Releases mit KI-Offenlegung (laut Haro-Analyse)[2]
202410,9 %
202519,9 %
2026 (bis Juli)30,8 %

Bemerkenswert ist vor allem die Wachstumsverteilung: Während KI-freie Neuerscheinungen laut der Auswertung nur moderat von rund 1.030 auf etwa 1.320 pro Monat zulegten, stiegen KI-deklarierte Releases von einer Handvoll auf circa 530 pro Monat – je nach Betrachtungszeitraum stammen damit 60 bis 90 Prozent des gesamten Release-Wachstums auf Steam aus der KI-Kategorie.[2]

Drei methodische Einschränkungen gehören dazu:

  • Gemessen werden Offenlegungen, nicht KI-Nutzung. Die Analyse zählt, was Entwickler:innen im Store deklarieren. Nicht deklarierte KI-Nutzung taucht in der Statistik nicht auf – der reale Anteil könnte also höher liegen.
  • „KI-Anteil" heißt nicht „komplett KI-generiertes Spiel". Schon der Einsatz von KI-Tools für einzelne Assets oder Texte löst die Kennzeichnungspflicht aus. Die Zahl vermischt Vollzeit-Asset-Flut und punktuelle Werkzeugnutzung. Damit nicht zu verwechseln: KI-gestützte Grafiktechnik auf Spielerseite wie Upscaling – das ist ein separates Thema, dazu mehr in unserem Guide zu AMD FSR 4.1.
  • Kommerziell bleiben KI-Spiele hinter dem Durchschnitt zurück. Laut der Analyse stellten KI-deklarierte Titel im ersten Quartal 2026 zwar 28 Prozent der Neuerscheinungen, kamen aber nur auf geschätzte 17 Prozent der Verkäufe; die Schwelle von 100 Nutzer-Reviews erreichen sie nur etwa halb so oft wie vergleichbare Spiele ohne KI-Kennzeichnung.[2]

Kurz: Der Anstieg der KI-Deklarationen ist gut dokumentiert. Die 50-Prozent-Marke ist eine nicht bestätigte Trend-Fortschreibung – seriös zitierbar nur als „laut Haros Analyse, falls der Trend anhält".

Die Reaktion der Steam-Community

Die Debatte um die Zahlen fiel deutlich schärfer aus als die Zahlen selbst. Das Zitat aus der GameStar-Überschrift – „Wer sowas macht, verdient kein Einkommen" – stammt aus der Community-Diskussion, die GameStar in seinem Artikel aufgreift.[1] Laut GameStar wird die Auswertung auch auf Reddit hitzig diskutiert.[1]

Die Kritik lässt sich grob in drei Stränge sortieren, wie sie in den von GameStar wiedergegebenen Reaktionen sichtbar werden:[1] die Sorge vor einer Flut schnell produzierter Spiele mit KI-Assets, die Befürchtung, dass gute Titel in dieser Masse noch schwerer auffindbar werden, und die moralische Kritik, mit minimalem Aufwand erzeugte Inhalte dürften kein Geschäftsmodell sein.

Eine Verallgemeinerung auf „die Spieler" wäre allerdings unsauber: Es handelt sich um einzelne, teils zugespitzte Stimmen aus Kommentarspalten und Foren, nicht um eine repräsentative Erhebung. Dass Plattform-Debatten schnell grundsätzlich werden, ist dabei kein Steam-Phänomen – ähnlich emotional lief zuletzt die Diskussion um Abo-Modelle, wie unser Überblick zum Xbox-Game-Pass-Preis-Chaos zeigt.

Was Valve/Steam bereits unternimmt

Die Datenbasis der Analyse existiert überhaupt nur, weil Valve seit Januar 2024 eine Offenlegungspflicht für KI-Inhalte durchsetzt: Entwickler:innen müssen beim Einreichen eines Spiels angeben, ob und wie generative KI zum Einsatz kommt – unterschieden nach vorab generierten Inhalten (während der Entwicklung erstellt) und live generierten Inhalten (zur Laufzeit erzeugt). Ein Großteil dieser Angaben wird auf der Store-Seite angezeigt; für live generierte Inhalte gibt es zudem ein Meldesystem für Spieler:innen, und live generierte sexuelle Inhalte für Erwachsene bleiben untersagt.[4]

Anfang 2026 hat Valve diese Offenlegungsregeln laut Video Games Chronicle zudem deutlich überarbeitet und präzisiert, wie Entwickler:innen ihre KI-Nutzung beschreiben müssen.[5]

Zur Haro-Analyse selbst liegt dagegen bislang keine öffentliche Stellungnahme von Valve vor (Stand: 18. Juli 2026). Auch eine offizielle Valve-Statistik, die die 50-Prozent-Prognose stützen oder widerlegen würde, gibt es nicht.

Kurz zusammengefasst

  • Die Kernzahl: 50 Prozent KI-Anteil an Steam-Releases sind eine unbestätigte Prognose für den Zeitraum 2027/2028 – der gemessene Anteil KI-deklarierter Releases lag 2026 bislang bei 30,8 Prozent.[2]
  • Die Quelle: Keine Instituts-Studie, sondern eine öffentlich einsehbare Datenanalyse von Sulka Haro (Mainframe Industries) über 53.597 Steam-Releases, berichtet unter anderem von GameStar und GamesRadar+.[1][2][3]
  • Die Community: Reaktionen laut GameStar überwiegend kritisch bis wütend – aber Einzelstimmen, keine repräsentative Umfrage.[1]
  • Der Status quo bei Valve: Offenlegungspflicht seit Januar 2024, Anfang 2026 überarbeitet; zur Analyse selbst schweigt Valve bislang.[4][5]

Wie du KI-deklarierte Spiele auf Steam konkret erkennst und was die Kennzeichnung für deine Kaufentscheidung bedeutet, nehmen wir uns demnächst in einem ausführlichen Guide „KI-generierte Spiele auf Steam erkennen" vor – wenn du ihn nicht verpassen willst, trag dich in unseren Steam-Trends-Tracker-Newsletter ein. Und wer im Store-Dschungel lieber auf kuratierte Auswahl setzt: Wie viel Rabatt-Substanz aktuell in Plattform-Sales steckt, zeigt exemplarisch unser Check zum July Savings Sale im PlayStation Store.

Quellen

[1] GameStar – https://www.gamestar.de/artikel/schon-bald-steckt-ki-in-50-prozent-aller-steam-releases,3456590.html
[2] Sulka Haro, „Three years of AI on Steam" (Substack) – https://fragwyz.substack.com/p/three-years-of-ai-on-steam
[3] GamesRadar+ – https://www.gamesradar.com/games/half-of-all-games-released-on-steam-will-use-ai-by-2028-study-predicts-ai-lowers-the-barrier-not-just-to-make-a-game-but-to-make-several/
[4] GamingOnLinux (zu Valves Ankündigung „AI Content on Steam", Januar 2024) – https://www.gamingonlinux.com/2024/01/valve-announces-new-rules-for-games-with-ai-content-on-steam/
[5] Video Games Chronicle – https://www.videogameschronicle.com/news/valve-has-significantly-rewritten-steams-rules-for-how-developers-much-disclose-ai-use/

Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell von der Redaktion Gaming-Insider geprüft. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei Gaming-Insider.

Titelbild: KI-gestützt von der Redaktion Gaming-Insider erstellt.


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